NRW bündelt mit dem Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität Steuerfahndung, Geldwäsche-Bekämpfung und KI-Einsatz erstmals zentral an einem Standort.
Steuerhinterziehung, Geldwäsche und Cybercrime – klingt nach Krimi, ist aber in NRW knallharte Realität. Und das Land hat jetzt eine eigene Behörde dafür, die so richtig aufräumen soll: das Landesamt zur Bekämpfung der Finanzkriminalität NRW, kurz LBF NRW. Laut dem Ministerium der Finanzen bündelt die neue Landesbehörde die komplette Expertise der Steuerfahndung an einer zentralen Stelle, statt wie bisher alles über die einzelnen Finanzämter für Steuerstrafsachen und Steuerfahndung laufen zu lassen.
Und damit ihr wisst, mit wem wir es hier zu tun haben: Die Steuerfahndung NRW ist laut dem Ministerium der Finanzen die bundesweit größte ihrer Art. Über 600 Stellen für Fahnderinnen und Fahnder sind in zehn Finanzämtern sowie Sondereinheiten wie Task Force, ARES oder ZEUS im Einsatz. Allein 2021 brachte die Steuerfahndung NRW laut Ministerium Mehrsteuern in Höhe von knapp 780 Millionen Euro ein. Das ist schon eine Hausnummer.
Bisher lief die Bekämpfung von Steuerkriminalität eher dezentral über die einzelnen STRAFA-Finanzämter. Jetzt soll bis zum 1. Januar 2025 schrittweise alles organisatorisch ins LBF NRW integriert werden. Keine Sorge, die bisherigen Finanzämter verschwinden nicht einfach – sie machen als regionale Niederlassungen weiter und bleiben für die Ermittlungsarbeit vor Ort zuständig.
Der Clou an der Sache: Durch die Bündelung soll alles schneller und effektiver werden. Kürzere Wege, bessere Abstimmung zwischen den Beteiligten und eine landesweite Steuerung von Wissen und Ressourcen. Laut dem Ministerium der Finanzen ist dieser Ansatz im deutschen Länderverbund bislang einzigartig. Besonders spannend: Die neue Struktur soll auch den Einsatz neuer digitaler Ermittlungsmethoden vorantreiben – und zwar inklusive Künstlicher Intelligenz. Damit will NRW bei der forensischen Ermittlungsarbeit einen echten Schritt nach vorne machen.
Nach Angaben von karriere.nrw verfolgt und koordiniert das LBF NRW als untere Landesbehörde im Geschäftsbereich der Oberfinanzdirektion NRW große Fälle von Steuerkriminalität, Geldwäsche und finanzbezogenem Cybercrime – und das mit innovativen neuen Methoden. Der Zuständigkeitsbereich erstreckt sich auf ganz Nordrhein-Westfalen. Besonders im Fokus: komplexe überregionale Ermittlungen, etwa bei Cum-Ex-Geschäften oder Umsatzsteuer-Karussellen. Genau solche Fälle sind oft extrem verzweigt und brauchen Know-how, das bisher über viele einzelne Standorte verteilt war.
Sitz des Amtes ist laut karriere.nrw die Erkrather Straße 339 in Düsseldorf. Dort arbeiten Zentralabteilung sowie zwei weitere Abteilungen des LBF NRW. Und weil so eine Behörde auch Personal braucht, bietet das LBF NRW nach eigenen Angaben auch Quereinsteigerinnen und Quereinsteigern abwechslungsreiche Jobs an, etwa in der Geschäftsstelle, im Prüfungsinnendienst oder als IT-Spezialistinnen und -Spezialisten. Geworben wird mit flexiblen Arbeitszeiten, Homeoffice-Möglichkeiten und zusätzlicher betrieblicher Altersvorsorge.
Mit dem LBF NRW schafft das Land eine Behörde, die genau da ansetzt, wo es in der Vergangenheit oft gehakt hat: bei der Vernetzung und beim schnellen Austausch von Informationen über komplizierte, oft grenzüberschreitende Finanzdelikte. Dass dabei auch moderne Technologien wie Künstliche Intelligenz eine Rolle spielen sollen, zeigt, wohin die Reise bei der Bekämpfung von Finanzkriminalität in den nächsten Jahren gehen könnte. Für euch als Steuerzahler heißt das im besten Fall: mehr Gerechtigkeit und weniger Schlupflöcher für die, die sich bisher clever durchgemogelt haben.
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