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Syrien: Vermisste Kölner Journalistin Michelmann wohl in Isolationshaft
20. April 2026

Kölner Journalistin in Syrien: Eva Maria Michelmann laut Zeugen wohl in Isolationshaft in Aleppo.

Seit dem 18. Januar 2026 gilt die Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann in Syrien als vermisst. Gerüchten zufolge soll sie noch leben und sich derzeit in Isolationshaft in Aleppo befinden. Der Fall sorgt sowohl in Deutschland als auch international für große Aufmerksamkeit.

Worum es geht

Eva Maria Michelmann, eine 36-jährige Journalistin aus Köln, wurde nach Angaben von Zeugen am 18. Januar im syrischen Raqqa verschleppt. Ihr Verbleib war wochenlang unklar. Nun berichten ehemalige Gefangene, Michelmann befinde sich im Gefängnis von Aleppo und werde dort unter strengen Bedingungen inhaftiert. Dies gilt bis heute als der aktuellste Stand der Ermittlungen (Rundschau Online).

Die wichtigsten Fakten

Ein Anwalt von Michelmann erklärte in einer Pressemitteilung, dass ehemalige Insassen der Strafanstalt Aleppo nach einem Gefangenenaustausch von der Anwesenheit einer „deutschen Journalistin“ berichtet hätten. Da aktuell keine weitere deutsche Journalistin in Syrien vermisst wird, gehen Anwälte davon aus, dass es sich um Eva Maria Michelmann handelt. Das syrische Übergangsregime hatte bislang das Wissen über ihren Verbleib bestritten. Auch ein aus Syrien entlassener Augenzeuge bestätigte entsprechende Hinweise (Perspektive Online).

Hintergrund der Entführung

Michelmann suchte laut Augenzeugen zunächst in einem Jugendzentrum in Raqqa Schutz vor bewaffneten arabischen Stammesmilizen. Anfang April wurde bekannt, dass sie sowie der kurdische Journalist Ahmet Polat mutmaßlich auf Anweisung eines Befehlshabers der syrischen Übergangsregierung festgenommen und abtransportiert wurden (epd medien).

Politische Einordnung

Der Fall hat politische Brisanz: Eva Maria Michelmann engagierte sich in der Vergangenheit für die kurdische Unabhängigkeitsbewegung in Nordsyrien. Deutschland bemüht sich parallel um eine diplomatische Annäherung an das syrische Übergangsregime. Kurz zuvor hatten Bundeskanzler Friedrich Merz und Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa in Berlin empfangen. Berichte über den verschwundenen Fall einer deutschen Staatsbürgerin und Hinweise auf Misshandlungen im Gefängnis stehen dieser politischen Entwicklung entgegen (Welt-Sichten).

Reaktionen und Ausblick

Die Anwälte von Michelmann fordern die syrische Übergangsregierung zur sofortigen Freilassung auf. Auch der Besuch von Familienmitgliedern, Botschaften und Menschenrechtsorganisationen müsse unverzüglich ermöglicht werden. Die Bundesregierung und das Auswärtige Amt erklärten, man arbeite weiterhin mit Hochdruck an der Aufklärung des Falls. Bislang konnte jedoch eine amtliche Bestätigung der Inhaftierung nicht erbracht werden (Spiegel).

Quellen

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