Der 8-jährige Gabriel überlebte einen schweren Lkw-Unfall in Bielefeld und kämpft sich jetzt Schritt für Schritt zurück ins Leben.
Stell dir vor, du fährst nach der Schule einfach kurz mit dem Fahrrad nach Hause – und plötzlich ändert sich dein Leben für immer. Genau das ist dem achtjährigen Gabriel Schelinski passiert. Er hatte Hitzefrei und war auf dem Heimweg, als ihn ein Lkw-Fahrer beim Rechtsabbiegen übersah. Was folgte, war ein Albtraum für die ganze Familie – aber auch eine Geschichte über unglaubliche Stärke.1
Solche dramatischen Verkehrsunfälle beschäftigen uns in NRW leider immer wieder. Erst kürzlich haben wir in einem früheren Beitrag über einen schweren Unfall in Erftstadt berichtet, bei dem eine 44-jährige Fahrradfahrerin und ein dreijähriges Kleinkind von einem Auto erfasst wurden und schwer verletzt ins Krankenhaus kamen.2 Auch dort zeigte sich: Im Straßenverkehr sind Kinder besonders gefährdet – und Sekunden können alles verändern.
Zurück zu Gabriel: Der Unfall in Bielefeld hatte es in sich. 13 Operationen musste der Achtjährige über sich ergehen lassen. Lange war nicht klar, ob sein Bein gerettet werden kann. „Als wir erfahren haben, dass die Not-OP läuft und die gerade versuchen, sein Bein zu retten, da sind wir zusammengebrochen“, sagt sein Vater Waldemar Schelinski.1
Das Team der Kinderklinik Bethel schaffte schließlich das Unmögliche: Gabriels Bein konnte gerettet werden. Nach acht Wochen durfte er endlich nach Hause – und genau da begann ein neues Kapitel.1
Zu Hause hat Gabriels Stiefmutter Irina Hertel kurzerhand eine Autobahn auf den Wohnzimmerboden geklebt – damit Gabriel Schritt für Schritt wieder üben kann. Und es funktioniert! Seit einigen Tagen kann er seinen linken Fuß wieder bewegen, gestützt auf Krücken und mit Irinas Hilfe humpelt er durchs Zimmer.1
„Besonders jetzt, seitdem wir zuhause sind, hat er einfach super viele Fortschritte gemacht. Weil er sich hier auch viel mehr bewegen kann und muss“, sagt Irina Hertel. Und wenn man Gabriels Vater fragt, was seinem Sohn durch die schwere Zeit geholfen hat, kommt die Antwort sofort: „Er hat alles so super mitgemacht und er ist einfach ein tougher Typ, muss man wirklich sagen.“1
Der Unfall hat das Leben der ganzen Familie auf den Kopf gestellt. Gabriel schläft jetzt mit seinem Vater im Wohnzimmer, Pflege und medizinische Abläufe sind zum festen Tagesrhythmus geworden. Waldemar Schelinski arbeitet nur noch halbtags, Irina Hertel macht Home-Office. Trotzdem klingeln jeden Tag Gabriels Freunde aus der Nachbarschaft – zum Lego spielen oder Ball werfen. Selbst die Stunden auf dem Sofa erträgt er mit Fassung.1
Reha und weitere Operationen stehen noch auf dem Plan. Aber Gabriel schaut schon nach vorne – und wie! Sein großer Traum: nach Paris ins Disneyland fahren und sich dort ein Laserschwert bauen. Dieses Ziel vor Augen, trainiert er täglich seine Beinmuskeln.1
Gabriels Eltern wollen aus dem Schrecken etwas Positives machen. Sie organisieren einen Verkehrssicherheitstag an Gabriels Grundschule, um andere Familien zu sensibilisieren. Waldemar Schelinski hat dabei eine klare Botschaft: „Passt auf eure Kinder auf, lieber einmal mehr gucken, lieber einmal mehr mitgehen.“1 Ein Aufruf, der gerade in Zeiten, in denen Unfälle wie in Erftstadt zeigen, wie schnell es gehen kann, wichtiger denn je ist.2
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