Kölner Polizeipräsident Hermanns verurteilt Gewalt bei Gen-Z-Demo: Steine, Pyrotechnik und Randale – Die Linke wirft Polizei dagegen Eskalation vor.
Eigentlich sollte es eine friedliche Sache sein: Junge Menschen gehen für ihre Zukunft auf die Straße. Doch die Gen-Z-Demo in Köln ist aus dem Ruder gelaufen. Der Kölner Polizeipräsident Johannes Hermanns findet dafür klare Worte: „Es ist traurig und trifft mich sehr, dass junge Menschen, die friedlich für ihre Zukunft demonstrieren wollten, heute von Extremisten unterwandert wurden, die nichts anderes als Gewalt im Sinn hatten.“1
Laut Polizei haben Demonstrierende Pyrotechnik und Steine auf Einsatzkräfte geworfen. Ein Beamter wurde an der Hand verletzt und musste seinen Dienst abbrechen. Aus verschiedenen Teilen der Stadt wurden außerdem dunkel gekleidete Gruppen gemeldet – teils 30 bis 40 Personen – die randalierend unterwegs waren. Am Abend kam es dann auf der Domplatte nahe dem Hauptbahnhof zu Angriffen auf die Polizei.1
Hermanns betont aber auch: Die friedlichen Teilnehmer haben schnell gemerkt, was abgeht. „Ich danke den vielen Friedlichen, die erkannt haben, dass man sie als Schutzschild benutzen wollte. Sie haben sich von Chaoten distanziert und sich entfernt, nachdem die ursprüngliche Versammlung beendet war.“1
Nicht alle sehen die Schuld bei den Randalierern. Die Linke wirft der Kölner Polizei einen „unverhältnismäßigen Einsatz“ vor – unter anderem wegen des Wasserwerfer-Einsatzes. Die Kölner Bundestagsabgeordnete Lea Reisner kritisiert: „Wer jungen Menschen erst das Demonstrieren verweigert und ihnen dann mit Wasserwerfern begegnet, muss sich über ihre Wut nicht wundern.“ Sie fordert vom Polizeipräsidium und vom Innenministerium lückenlose Aufklärung.1
Ursprünglich war ein kompletter Demozug durch die Stadt geplant. Wegen Vermummung einiger Teilnehmer und dem Einsatz von Pyrotechnik hat die Polizei den Zug aber kurzfristig gekippt – erlaubt war am Ende nur noch eine Standkundgebung.1
Hermanns verteidigt diese Entscheidung vehement und liefert auch gleich die Begründung mit: „Wir haben Molotow-Cocktails und Nothämmer bei Vermummten sichergestellt. Wofür die mitgeführt wurden, braucht wohl keine Erläuterung!“ Der Einsatz lief zum Zeitpunkt der Aussage noch, eine Bilanz wollte er deshalb noch nicht ziehen. Seine Einschätzung für die Nacht: „Wir werden vermutlich gefordert sein.“ Immerhin ist er sich sicher, dass durch das Eingreifen am Nachmittag verhindert wurde, dass Köln Bilder lieferte, die an Krawalle in Paris und Mailand erinnern.1
Bei den Zahlen gehen die Angaben ziemlich auseinander. Die Polizei spricht von mehreren tausend Teilnehmenden – deutlich weniger als die angemeldeten 15.000. Ein Vertreter von „Gen Z“ dagegen beziffert die Teilnehmerzahl auf die vollen 15.000.1
Die Gen-Z-Demo in Köln zeigt mal wieder, wie schnell eine friedlich gedachte Aktion kippen kann, wenn Extremisten die Gelegenheit nutzen. Während der Polizeipräsident die Härte seines Einsatzes verteidigt, bleibt die politische Debatte um Verhältnismäßigkeit offen. Klar ist: Die Diskussion um die Proteste der jungen Generation ist damit noch lange nicht vorbei.
Wir informieren dich regelmäßig über aktuelle Nachrichten, Staus und wichtigen Themen - ohne Dich zu nerven!