Weniger Pferde im Kölner Rosenmontagszug: Ehrengarde und Altstädter setzen künftig auf Traktoren statt Kutschpferde – alle Hintergründe zur Entscheidung.
Der Kölner Karneval steht vor einem echten Wandel: Gleich mehrere Traditionskorps im Kölner Zoch wollen künftig auf Pferde verzichten, die Kutschen oder Wagen ziehen. Was steckt dahinter? Vor allem der Wunsch nach mehr Planungssicherheit – und die Erfahrungen der letzten Jahre haben da ordentlich Überzeugungsarbeit geleistet.1
Die Ehrengarde der Stadt Köln hat es bereits beschlossen: Beim nächsten Rosenmontagszug werden keine Pferde mehr Kutschen oder andere Wagen ziehen. Ehrengarde-Präsident Hans-Georg Haumann begründet das klar: Beim Rosenmontagszug 2026 musste die Ehrengarde aufgrund einer Unwetterwarnung die Pferde vorzeitig von der Strecke nehmen. Das Problem dabei? Ein kurzfristiger Umbau der Wagen ist schlicht nicht möglich.1
„Selbst wenn es schon am Vortag eine Sturmwarnung oder Ähnliches geben würde, könnten wir nicht so schnell reagieren, da an den Wagen erhebliche Umbauten vonnöten wären“, so Haumann. Gleichzeitig betont er: Die Reiterei bleibt! Reiter der Ehrengarde werden auch zukünftig im Zug dabei sein. „Die Reiterei gehört zu unserer Geschichte. Das ist unsere DNA“, sagt Haumann – und das seit dem Jahr 1902, als die Ehrengarde bei ihrer Premiere im Rosenmontagszug erstmals mit Reitern vertreten war.1
Ähnlich denken die Altstädter: Sie planen, bis 2028 alle Kutschpferde durch Traktoren zu ersetzen. Bis 2027 reicht die Zeit noch nicht, da noch nicht alle Ersatzfahrzeuge organisiert werden konnten, wie Korpssprecher Ben Bereuter erklärt. Eine kleine Ausnahme gibt es aber: Die Mariechen-Kutsche soll weiterhin von zwei Pferden gezogen werden.1
Dem Vernehmen nach denken auch weitere der insgesamt neun Traditionskorps im Kölner Karneval über ähnliche Schritte nach. Der Trend ist also eindeutig – und er hat mehrere Gründe.1
Der Rückzug der Pferde aus dem Zoch ist kein plötzlicher Umschwung. Früher gehörten bis zu 500 Pferde ganz selbstverständlich zum Bild des Kölner Rosenmontagszugs. Doch Druck von Tierschützern, strenge behördliche Auflagen und Sicherheitsbedenken nach Unfällen haben die Zahlen über die Jahre massiv reduziert. Beim Rosenmontagszug 2026 liefen noch rund 230 Pferde mit.1
Zudem seien die Auflagen in den vergangenen Jahren komplizierter geworden, betont Ehrengarde-Präsident Haumann. So wurde etwa das zulässige Ladegewicht für die Wagen herabgesetzt – auch das spricht für den Einsatz von Fahrzeugen. Jedes Tier wird vor dem Start von Amtstierärzten untersucht, und die Stadt Köln führt stichprobenartig Doping- und Sedativatests durch, um sicherzustellen, dass kein Tier medikamentös ruhiggestellt wurde.1
Haumann betont ausdrücklich, dass die Entscheidung der Ehrengarde nichts mit der allgemeinen Debatte um Pferde im Rosenmontagszug zu tun habe – sondern rein praktische Gründe hat.
Keine Sorge: Der Kölner Karneval bleibt bunt, laut und ausgelassen – da ändert auch ein Traktor hinter den Festwagen nichts dran. Während sich die Traditionskorps auf neue Fahrzeuge einstellen, bleibt die gute Bundespolizei übrigens auch in Köln auf Zack: in einem früheren Beitrag haben wir berichtet, wie die Beamten am Kölner Hauptbahnhof einen gesuchten Straftäter fassten – auch abseits des Karnevals ist in der Domstadt immer was los.2
Der Zoch bleibt jedenfalls ein Highlight – egal ob mit Kutsche oder Trecker. Et kütt, wie et kütt!
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