Gen-Z-Proteste in NRW eskalierten teilweise: Wasserwerfer in Köln, Angriffe auf Polizisten in Bonn und Düsseldorf. Alle Entwicklungen im Überblick.
Die bundesweiten Proteste der Initiative „Gen Z regelt“ haben am Samstag auch in mehreren NRW-Städten zahlreiche Menschen auf die Straße gebracht. Wie lokalklick.eu berichtet, richteten sich die Forderungen gegen Missstände im Bildungssystem, soziale Ungerechtigkeit, steigende Lebenshaltungskosten, aus Sicht der Demonstrierenden unzureichenden Klimaschutz sowie die Debatte um eine mögliche Rückkehr zur Wehrpflicht. Während die Kundgebungen in Wuppertal und Duisburg weitgehend friedlich verliefen, kam es in Köln, Bonn und Düsseldorf zu Zwischenfällen.
Am schwerwiegendsten fielen die Zwischenfälle in Köln aus. Der Veranstalter hatte dort laut lokalklick.eu mit rund 15.000 Teilnehmern gerechnet. Bereits während der Kundgebung am Konrad-Adenauer-Ufer vermummten sich einzelne Teilnehmer und zündeten Pyrotechnik, weshalb der geplante Demonstrationszug ausfiel. Nach Ende der Kundgebung kam es zu Angriffen auf Einsatzkräfte, woraufhin die Polizei Wasserwerfer einsetzte. Mehrere hundert Personen wurden im Bereich des Thürmchenswalls kontrolliert, die Identitätsfeststellungen zogen sich bis in den Abend hin. Ein Polizeibeamter erlitt eine Handverletzung und war danach nicht mehr dienstfähig. Die Polizei leitete mehrere Strafverfahren ein, unter anderem wegen tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte und schweren Landfriedensbruchs. Plünderungen oder größere Sachbeschädigungen gab es nach Polizeiangaben bis zum Abend nicht.
In Bonn versammelten sich rund 500 Menschen im Hofgarten, obwohl der Polizei keine Versammlungsanzeige vorlag. Aus einer Gruppe heraus wurde Pyrotechnik gezündet, mehrere Personen erhielten einen Platzverweis. Später kam es laut lokalklick.eu aus einer rund 250-köpfigen Gruppe heraus zu Faustschlägen gegen Polizeibeamte, ein Beamter wurde leicht verletzt. Die Polizei löste die Versammlung am Zentralen Omnibusbahnhof schließlich auf.
In Düsseldorf nahmen in der Spitze rund 2.500 Menschen an einem Aufzug über die Königsallee teil. Dabei wurde ein Polizeibeamter mit Pyrotechnik beworfen, ein Strafverfahren wurde eingeleitet. Später kam es an der Rheinkniebrücke zu Würfen von Pyrotechnik auf ehemalige Versammlungsteilnehmer, zwei Tatverdächtige konnten identifiziert werden. In Essen beteiligten sich rund 3.500 Menschen an den Protesten, die laut Polizei überwiegend friedlich verliefen. Dennoch wurden fünf Fälle von gezündeter Pyrotechnik sowie drei Beleidigungsanzeigen registriert.
Der bundesweite Protesttag fiel zeitlich mit einem weiteren Großeinsatz der Polizei in NRW zusammen: Wie wir in einem früheren Beitrag berichtet haben, kontrollierte die Polizei am selben Tag eine Ansammlung von Hunderten Menschen mit rund 150 Fahrzeugen auf dem Camp Hitfeld in Aachen. Ob eine Verbindung zwischen dieser Ansammlung und den Gen-Z-Protesten in der Aachener Innenstadt bestand, blieb zunächst unklar.
Die Polizei kündigte an, auch nach Einbruch der Dunkelheit mit starken Kräften in den betroffenen Städten präsent zu bleiben. Die vorläufigen Einsatzbilanzen können sich laut lokalklick.eu durch weitere Anzeigen und Ermittlungserkenntnisse noch verändern.
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