Über 400 Beschäftigte zogen nachts mit Fackeln vor die Benteler-Werkstore in Paderborn: Die IG Metall fordert fünf Prozent mehr Lohn und macht Druck im…
Nachts vor den Werkstoren, Fackeln in der Hand und die Botschaft glasklar: Mehr als 400 Beschäftigte aus fünf Paderborner Industriebetrieben haben sich am späten Montagabend vor den Toren von Benteler Steel/Tube in Schloß Neuhaus versammelt. Wie das Westfalen-Blatt berichtet, wehten rote Fahnen in der Dunkelheit und als die Rede auf das Angebot der Arbeitgeberseite kam, hagelte es lautstarke Buhrufe aus der Menge. Die Forderung der IG Metall ist dabei alles andere als neu, aber umso bestimmter vorgetragen: fünf Prozent mehr Geld.
Die Kundgebung in Schloß Neuhaus ist Teil der laufenden Tarifrunde 2026 für die Metall- und Elektroindustrie. Wie nw.de berichtet, fordert die IG Metall neben den fünf Prozent mehr Lohn auch ein klares Bekenntnis der Arbeitgeber zum Industriestandort Deutschland. Hintergrund ist eine angespannte Lage in der Branche: Jeden Monat sollen bundesweit Tausende Jobs in der Industrie verloren gehen. Mit Warnstreiks wie dem in Paderborn will die Gewerkschaft nun Druck aufbauen, damit sich in den Verhandlungen mit den Arbeitgebern etwas bewegt.
Die Aktion vor dem Benteler-Tor steht nicht für sich allein. Laut nw.de reiht sich Paderborn damit in eine ganze Serie von Warnstreiks in der Region OWL ein. Schon in der Vergangenheit kamen Beschäftigte der Benteler-Gesellschaften Steel/Tube und Automotive in Schloß Neuhaus zu Kundgebungen zusammen – ein Zeichen dafür, dass der Standort für die IG Metall eine wichtige Rolle im Tarifkonflikt spielt.
Besonders bemerkenswert an der Montagnacht-Aktion: Es waren nicht nur Beschäftigte von Benteler selbst, sondern Mitarbeitende aus insgesamt fünf Paderborner Industriebetrieben, die sich zusammengeschlossen haben, wie das Westfalen-Blatt schreibt. Das zeigt, wie breit die Unzufriedenheit mit dem bisherigen Angebot der Arbeitgeber in der Region mittlerweile getragen wird. Die Streikenden machten dabei deutlich, dass sie notfalls auch zu einem längeren und härteren Tarifstreit bereit sind, sollte sich an der Verhandlungsposition der Arbeitgeberseite nichts ändern.
Ob und wie schnell sich Arbeitgeber und Gewerkschaft in der Tarifrunde 2026 noch annähern, ist aktuell offen. Klar ist aber: Mit der Kundgebung vor dem Benteler-Werk hat die IG Metall ein deutliches Signal gesetzt – und zwar nicht nur für Paderborn, sondern für die gesamte Metall- und Elektroindustrie in der Region. Weitere Warnstreiks in OWL sind angesichts der angespannten Verhandlungslage nicht ausgeschlossen.
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