Die Jobbörse „Top to the Job“ bringt in Krefeld Geflüchtete und Unternehmen zusammen. Wir zeigen, wie die Stadt Integration durch Arbeit fördert.
Krefeld tut was für Menschen, die bei null anfangen müssen: Mit der Jobbörse „Top to the Job“ gibt es in der Stadt mittlerweile zum dritten Mal eine Veranstaltung, die Geflüchteten den Zugang zum Arbeitsmarkt erleichtern soll. Wie die Stadt Krefeld berichtet, bringt das Format gezielt Unternehmen und Menschen mit internationaler Familiengeschichte zusammen – ein praktischer Schritt, der zeigt: Integration heißt auch, echte Jobchancen zu schaffen.
Dass Krefeld das Thema Migration und Integration ernst nimmt, zeigt sich nicht erst seit gestern. Laut Angaben der Stadt Krefeld haben heute rund 40 Prozent der Menschen in der Stadt eine internationale Familiengeschichte. Das hat auch historische Gründe: Vor 65 Jahren, am 30. Oktober 1961, unterschrieben Deutschland und die Türkei das sogenannte Anwerbeabkommen. Wenige Wochen später landeten die ersten türkischen Gastarbeiter in NRW – und viele von ihnen blieben, holten ihre Familien nach und bauten sich hier ein neues Leben auf.
Anlässlich dieses Jubiläums hat die Stadt Krefeld im Rathaus eine Feierstunde ausgerichtet, bei der Oberbürgermeister Frank Meyer die Lebensleistung aller zugewanderten Menschen würdigte. „Ohne diese Menschen wären dieses Land und auch Krefeld gar nicht vorstellbar“, sagte Meyer laut Mitteilung der Stadt. Er machte dabei auch klar: Die Herausforderungen von damals – fehlende Sprachkurse, fehlende Integrationsangebote – dürfen sich heute nicht wiederholen.
Genau hier setzt „Top to the Job“ an. Die Jobbörse ist Teil eines größeren Puzzles an Angeboten, mit denen Krefeld geflüchteten Menschen den Einstieg erleichtern will. Dazu zählen laut Stadt Krefeld auch neue Sprachcafés, die gezielt auf pragmatischen Deutschunterricht setzen, um den Jobeinstieg zu beschleunigen – ein Angebot, das offenbar auf große Nachfrage stößt. Auch das Netzwerk an ehrenamtlichen Sprachlotsinnen und Sprachlotsen, das laut Stadt inzwischen aus 61 Engagierten besteht, die in 22 Sprachen dolmetschen, unterstützt Zugewanderte im Alltag und bei Behördengängen.
Dass solche Unterstützungsangebote in Krefeld auf lange Tradition zurückblicken, zeigt sich auch im lokalen Bürgerfunk: Schon vor Jahren berichtete das Krefelder Lokalradio radio KuFa, das über NRWision zu empfangen war, über Anlaufstellen für Geflüchtete in der Stadt. Solche Formate machten früh sichtbar, dass Ankommen in Krefeld mehr braucht als nur eine Wohnung – nämlich auch Austausch, Information und Vernetzung.
„Top to the Job“ reiht sich damit in eine ganze Reihe von Krefelder Integrationsprojekten ein. Dazu zählt etwa der jährliche Nations-Cup, ein Fußballturnier für geflüchtete Menschen, das laut Stadt Krefeld seit 2023 vom städtischen Fachbereich Migration und Integration organisiert wird. Auch die Interkulturelle Woche, die traditionell mit einer großen Feier auf dem Südwall eröffnet wird, gehört zum festen Programm der Stadt.
Ob Jobbörse, Sprachcafé oder Fußballturnier: Krefeld setzt offenbar auf ganz unterschiedliche Wege, um geflüchteten Menschen den Start in ein neues Leben zu erleichtern. Die Jobbörse „Top to the Job“ liefert dabei einen ganz konkreten Baustein – den direkten Draht zu Arbeitgebern, der am Ende über eine erfolgreiche Integration mitentscheiden kann.
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