Von 33 Pfennig im Jahr 1950 bis zum Rekordpreis 2026: So haben sich Benzin- und Dieselpreise entwickelt und was der Tankrabatt wirklich bringt.
Wie teuer war Tanken eigentlich früher? Ganz ehrlich: Wenn man sich die Zahlen anschaut, könnte man fast neidisch werden. Laut ADAC-Daten kostete ein Liter Diesel 1950 gerade mal 33,8 Pfennig, Normalbenzin lag bei 56,3 Pfennig. Auch die Zahlen von Autokiste bestätigen das Bild: Umgerechnet rund 0,29 Euro für Normalbenzin und nur 0,17 Euro für Diesel – Werte, von denen wir heute nur träumen können. Jahrzehntelang blieben die Preise erstaunlich stabil, erst in den 1970er-Jahren ging’s durch die Ölkrise spürbar bergauf.
Noch 1999 kostete ein Liter Super im Schnitt weniger als 79 Cent. Dann kam Bewegung rein: Zwischen 1999 und 2003 wurde die Ökosteuer schrittweise erhöht, 2007 die Mehrwertsteuer draufgepackt. Zusammen mit steigenden Rohölpreisen hat sich Tanken seitdem Stück für Stück verteuert.
2022 galt lange als absolutes Rekordjahr an der Zapfsäule: Im Schnitt mussten Autofahrer 186,0 Cent für Super E10 und 194,6 Cent für Diesel zahlen, vor allem wegen des Ukraine-Kriegs. Zum Vergleich: Im bisherigen Spitzenjahr 2012 lag Benzin noch rund 27 Cent darunter.
2024 und 2025 wurde es dann wieder etwas entspannter. 2025 kostete Super E10 im Jahresschnitt laut Autokiste 1,749 Euro, Diesel 1,627 Euro – spürbar weniger als im Rekordjahr 2022.
Doch die Entspannung war offenbar nur eine Verschnaufpause: Der September 2026 war der teuerste Tankmonat überhaupt. Super E10 kostete im Schnitt 2,266 Euro pro Liter, Diesel sogar 2,386 Euro. Grund dafür ist laut ADAC der Krieg mit Beteiligung des Iran, der die Ölexporte aus der Golfregion durcheinanderbringt, dazu kommen begrenzte Raffineriekapazitäten.
Und auch jetzt bleibt die Lage angespannt, wenn auch uneinheitlich. Laut Autokiste verteuerte sich Diesel binnen Wochenfrist um 3,4 Cent auf 2,289 Euro im bundesweiten Mittel, während Super E10 um 2,6 Cent auf 2,084 Euro sank. Eigentlich müsste Diesel wegen der niedrigeren Besteuerung rund 20 Cent günstiger sein als Super – aktuell ist es aber genau umgekehrt. Der Ölpreis für ein Barrel Brent liegt bei rund 114 US-Dollar, zusätzlich treibt die einsetzende Heizperiode die Nachfrage nach Heizöl und damit den Dieselpreis weiter nach oben.
Wie wir in einem früheren Beitrag schon berichtet haben, soll der seit Oktober 2026 geltende Tankrabatt der Bundesregierung eigentlich Entlastung bringen. Die Energiesteuer wurde dafür um 14,04 Cent pro Liter gesenkt, am Ende sollten laut Berechnungen rund 17 Cent Ersparnis pro Liter rauskommen. In der Praxis blieb davon aber nicht viel übrig: Die reale Entlastung lag eher bei schätzungsweise 9 Euro im Monat für Benziner und 15 Euro für Dieselfahrer – während die Spritpreise insgesamt trotzdem deutlich über dem Niveau vom Jahresanfang liegen.
Spannend ist auch der Blick auf die Infrastruktur: 1950 gab es laut Autokiste gerade mal 18.200 Tankstellen in Deutschland, 1970 waren es mit 46.091 sogar deutlich mehr als heute. Seitdem ist die Zahl kontinuierlich gesunken – 2024 zählte man nur noch 14.442 Tankstellen bundesweit.
Ob 33 Pfennig oder über zwei Euro pro Liter – Tanken bleibt ein Dauerbrenner-Thema. Kraftstoffpreise sind und bleiben Marktpreise, die von Wettbewerb, Steuern und Weltpolitik abhängen. Wer sparen will, sollte laut gängiger Empfehlung weiterhin Preise vergleichen: Freie Tankstellen sind oft ein bis über zehn Cent je Liter günstiger als die großen Marken.
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