Rechte Demo am 1. Mai in Essen: Polizei bereitet sich auf Großeinsatz mit 4500 Teilnehmenden vor. Widerstand und Proteste angekündigt.
Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, werden in Essen zahlreiche Demonstrationen erwartet. Im Zentrum der Aufmerksamkeit steht in diesem Jahr eine angemeldete Demonstration der rechtsextremen Partei „Die Heimat“, die für starke Diskussionen und einen erhöhten Polizeieinsatz sorgt.
Für den 1. Mai 2026 liegen der Polizei Essen aktuell 25 Anmeldungen für verschiedene Demonstrationen vor. Die rechtsextreme Partei „Die Heimat“ hat eine eigene Demo von 13 bis 22 Uhr in der Innenstadt angemeldet. Neben klassischen Maikundgebungen der Gewerkschaften regt sich breiter Protest gegen den Aufmarsch der Rechtsextremen.
Nach Angaben der Polizei werden rund 4500 Demonstrierende erwartet. Für die Demonstration der Partei „Die Heimat“ rechnet der Anmelder mit etwa 400 bis 500 Teilnehmern. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) geht bei seiner traditionellen Kundgebung von 2500 Teilnehmenden aus. Die Polizei betont, dass aufgrund wechselnder An- und Abmeldungen die tatsächlichen Zahlen noch schwanken können. Die Versammlungsfreiheit gilt laut Polizei ausdrücklich auch für die Partei „Die Heimat“, da sie nicht verboten ist und vom Verfassungsschutz beobachtet wird. (Radio Essen)
Von vielen Seiten kommt entschiedener Widerstand gegen den rechtsextremen Aufmarsch. Die Gruppe „Omas gegen Rechts“ hat einen offenen Brief an den Essener Polizeipräsidenten und den Oberbürgermeister verfasst und fordert Schutz für diejenigen, die zum Tag der Arbeit demonstrieren oder sich gegen Rechtsextremismus stellen. Auch bei anderen Gruppierungen und Parteien, wie Die Linke und den Grünen, äußert sich klare Kritik und die Unterstützung der Gegenproteste. In der Vergangenheit kam es bereits zu Situationen, bei denen Familien und Kinder im Stadtgebiet von rechten Parolen betroffen waren.
Die Polizei Essen wird am 1. Mai mit einem Großaufgebot im Einsatz sein. Ziel ist eine Deeskalation der unterschiedlichen Versammlungen. Gewaltbereite Gruppen aus anderen Städten sollen bereits bei der Anreise kontrolliert und – falls nötig – aus dem Verkehr gezogen werden. Straftaten, gleich welcher Seite, werden konsequent verfolgt. Die Polizei bittet die Bevölkerung um Verständnis für erwartbare Einschränkungen und Verkehrsbehinderungen am Tag.
Kritik gibt es von verschiedenen Akteuren hinsichtlich der Informationspolitik der Polizei: Während Versammlungsorte offiziell bekanntgegeben werden, bleibt die jeweils genaue Demoroute – insbesondere die der Rechten – geheim. Das erschwere eine Planung von Gegenprotesten. Polizei und Stadt berufen sich auf bewährte polizeitaktische Standards und passen die Einsatzplanung laufend der Lage an.
Der 1. Mai hat für Gewerkschaften und demokratische Gruppen eine starke symbolische Bedeutung. In Essen formiert sich deshalb breiter Widerstand gegen die Instrumentalisierung des Tages durch Rechtsextreme. Die kommenden Tage werden Gespräche zwischen den Verantwortlichen der Versammlungen und der Polizei bringen, letztlich bleibt die Situation am 1. Mai dynamisch.
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