Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann vermisst – laut Zeugen in syrischer Isolationshaft. Alle Fakten im Überblick.
Die Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann wird seit dem 18. Januar 2026 vermisst. Zeugen zufolge wurde sie in der syrischen Stadt Raqqa verschleppt und befindet sich offenbar im Gefängnis von Aleppo in Isolationshaft. Ihr deutscher Anwalt bestätigt entsprechende Berichte von Inhaftierten.
Nach Angaben von Kölner Stadt-Anzeiger und weiteren Quellen war Michelmann in Raqqa auf der Flucht vor marodierenden arabischen Stammesmilizen und suchte Zuflucht in einem Jugendzentrum. Seitdem galt sie zunächst als verschwunden. Ein Augenzeuge berichtete, sie und der kurdische Journalist Ahmet Polat seien auf Veranlassung eines Befehlshabers der syrischen Übergangsregierung abtransportiert worden. Nach einem Gefangenenaustausch am 11. April meldeten Freigelassene aus dem Gefängnis von Aleppo, dass sie und Polat dort inhaftiert seien. Weibliche Gefangene sprachen laut Berichten von einer ‚deutschen Journalistin‘.
Das syrische Übergangsregime hat laut Michelmanns Familie bisher geleugnet, vom Verschwinden der Journalistin zu wissen. Die Anwälte der vermissten Kölnerin fordern von der syrischen Seite nun die sofortige Freilassung. Zudem müsse Familienangehörigen, dem deutschen Konsulat, Rechtsanwälten und Menschenrechtsorganisationen unverzüglich ein Besuch bei der Inhaftierten gestattet werden.
Eva Maria Michelmann ist eine bekannte freie Journalistin aus Köln, die sich insbesondere für die kurdische Unabhängigkeitsbewegung in Nordsyrien engagierte. Der Fall erhält auch deshalb große politische Aufmerksamkeit in NRW, da sich sowohl die Bundesregierung als auch die Öffentlichkeit mit den Entwicklungen im Fall Michelmann befassen. Die deutsche Seite arbeitet nach Aussagen des Auswärtigen Amtes weiterhin mit Hochdruck daran, die Situation aufzuklären. Eine Bestätigung zur genauen Haft von Michelmann in Aleppo gibt es laut Ministerium bislang jedoch nicht.
Michelmanns Anwälte fordern, dass alles unternommen wird, um ihre Freilassung zu erreichen. Die Bundesregierung wird aufgefordert, sich mit Nachdruck und Entschiedenheit für sie einzusetzen. Auch weiterhin bleibt der Kontakt zwischen Auswärtigem Amt, deutschen Auslandsvertretungen und den relevanten syrischen Stellen bestehen. Die Situation ist weiterhin angespannt, ein baldiger Ausgang offen.
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