Sturmtief Luise sorgte in NRW für Hunderte Feuerwehreinsätze von Essen bis Herne. Wir zeigen die aktuelle Bilanz und was euch beim nächsten Sturmtief erwartet.
Wir hatten euch schon in einem früheren Beitrag berichtet, dass Sturmtief „Luise“ NRW ordentlich durcheinandergewirbelt hat. Jetzt gibt’s das Update: Die Feuerwehren im Land haben mittlerweile Bilanz gezogen, und die Zahlen zeigen, wie heftig „Luise“ wirklich zugeschlagen hat.
Die Feuerwehr Essen musste laut eigener Mitteilung bis Samstagnachmittag insgesamt 110 sturmbedingte Einsätze abarbeiten. Windböen von bis zu 90 km/h knickten Bäume um und beschädigten Autos, Straßenlaternen und Stromleitungen. Ein Einsatzschwerpunkt lag im nördlichen Stadtgebiet, wo Motorkettensägen im Dauereinsatz waren. Unterstützung gab’s dabei vom Fachbereich Grün und Gruga, dem Tiefbauamt, den Stadtwerken und der Polizei.
Auch in Bochum war ordentlich was los: Wie die Zeitung „Der Westen“ berichtet, rückte die Feuerwehr dort zwischen Freitag und Samstag zu 70 Einsätzen mit rund 100 Einsatzkräften aus. An der Elsa-Brandström-Straße stürzte ein Baum auf ein Wohnhaus, die Bewohner mussten das Gebäude verlassen – verletzt wurde aber niemand. Im Bereich Zu den Kämpen sorgte eine gerissene Hochspannungsleitung sogar für einen rund 70 Meter langen Brand, weshalb die A43 am Kreuz Bochum und der Anschlussstelle Bochum-Laer zeitweise komplett gesperrt werden musste.
In Herne forderte Sturmtief „Luise“ die Feuerwehr vom Freitagabend bis in die Nacht zum Samstag mit zahlreichen Einsätzen im gesamten Stadtgebiet. Besonders häufig gab es Probleme durch umgestürzte Bäume und beschädigte Autos. Der Höhepunkt wurde gegen 23 Uhr erreicht, als sechs Einsatzfahrzeuge der Freiwilligen Feuerwehr gleichzeitig im Stadtgebiet unterwegs waren. Parallel dazu bekämpfte die Berufsfeuerwehr den Brand eines größeren Müllcontainers, der bereits auf eine Hecke übergegriffen hatte. Die Feuerwehr Herne bedankte sich ausdrücklich bei den ehrenamtlichen Kräften der Freiwilligen Feuerwehr für ihren Einsatz.
Auch in Duisburg wurden rund 40 Einsätze wegen Sturmschäden gezählt, ein Baum stürzte auf einen Kiosk. Im Kreis Wesel rückte die Polizei laut „Der Westen“ zu 83 wetterbedingten Einsätzen aus, 13 Fahrzeuge wurden dabei beschädigt. In Mülheim an der Ruhr waren es mehr als 30 Einsätze, in Oberhausen etwa 20.
Der Regional- und S-Bahn-Verkehr in NRW litt ebenfalls stark unter dem Sturm. Auf mehreren Strecken lagen Bäume auf den Gleisen oder in Oberleitungen, was zu Sperrungen, Verspätungen und Zugausfällen führte. Betroffen waren unter anderem die Strecken zwischen Duisburg-Ruhrort und Oberhausen, zwischen Stolberg und Aachen Rothe Erde sowie zwischen Neuss Hauptbahnhof und Meerbusch-Osterath. In Legden im Kreis Borken mussten laut Medienberichten sogar rund 30 Fahrgäste aus einer entgleisten Bahn evakuiert werden, nachdem ein Baum die Gleise blockiert hatte. Auch am Samstag gab es noch Beeinträchtigungen im Nah- und Fernverkehr. Bei Weeze im Kreis Kleve knickte zudem ein Windrad um und stürzte auf ein Feld – verletzt wurde dabei niemand.
Eine echte Verschnaufpause gibt’s für NRW erstmal nicht: Der Deutsche Wetterdienst erwartete bereits für die Nacht zum Sonntag das nächste Sturmtief mit starker Bewölkung und verbreitetem Regen. Besonders in Staulagen des Bergischen Landes und der Eifel sollten laut Vorhersage Regenmengen mit unwetterartigen Ausmaßen möglich sein, dazu Sturmböen und vereinzelt schwere Sturmböen. Am Sonntag sollte es stark bewölkt und schaueranfällig bleiben, am Nachmittag waren örtlich Gewitter möglich.
Die Bilanz von „Luise“ zeigt vor allem eins: Ohne den Einsatz der Feuerwehren – egal ob hauptamtlich oder ehrenamtlich – wäre das Chaos auf den Straßen und Schienen in NRW noch deutlich größer gewesen.
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