Gen-Z-Demos in NRW eskalieren in Köln: Wasserwerfer, Festnahmen und randalierende Gruppen. So lief der Protesttag in Essen, Düsseldorf, Bielefeld und weiteren…
Nachdem der Protesttag am 31. Oktober erstmal friedlich gestartet ist, gibt’s jetzt neue Details, die zeigen: In Köln ist die Lage ordentlich eskaliert. Mehrere Tausend Menschen sind in ganz NRW auf die Straße gegangen, um für Bildung, bezahlbares Leben, Klimaschutz und gegen die Wehrpflicht zu demonstrieren. Die Bewegung dahinter nennt sich „Gen Z regelt“.1
Am Rheinufer in Köln ist es richtig zur Sache gegangen. Laut Polizei haben Demonstranten Pyrotechnik und Steine auf Einsatzkräfte geworfen, ein Beamter wurde an der Hand verletzt und musste seinen Dienst abbrechen. Die Polizei hat daraufhin einen Wasserwerfer eingesetzt. Ein Teilnehmer wurde festgenommen, es wird wegen schweren Landfriedensbruchs ermittelt.1
Insgesamt wurden in zwei Abschnitten rund 700 Personen festgesetzt – 600 an einer Stelle, 100 an einer anderen. Die Polizei nimmt nach und nach die Personalien auf. Dazu kam’s im gesamten Stadtgebiet zu weiteren Zwischenfällen: Dunkel gekleidete Gruppen mit bis zu 40 Leuten sollen randaliert haben, gegen Wände getreten und Pyrotechnik gezündet haben. Ein Container soll sogar in Brand gesteckt worden sein. Am Abend hat die Polizei außerdem eine Gruppe von etwa 50 Personen auf der Hohen Straße festgesetzt – Hinweise auf Plünderungen gibt’s aber bisher keine.1
Zur Teilnehmerzahl gibt’s unterschiedliche Angaben: Die Polizei spricht von mehreren Tausend, auf jeden Fall weniger als die angemeldeten 15.000. Ein Vertreter von Gen Z geht dagegen von 15.000 Teilnehmenden aus.1
Am Rande der Kölner Demo hat Marie Hacker von der Landesschülerinnenvertretung NRW nochmal klargemacht, worum’s eigentlich geht: „Die Hauptbotschaft ist: Hört den jungen Menschen zu, aber setzt ihre Themen und ihre Anliegen auch um“. Die 17-Jährige fordert nach dem Protest jetzt konkretes politisches Handeln.1
In Essen und Düsseldorf ist die Stimmung deutlich entspannter geblieben. In Essen haben sich 3.500 Leute beteiligt, die Polizei zieht ein positives Fazit – auch wenn fünfmal Pyrotechnik gezündet wurde und es drei Anzeigen wegen Beleidigung gab. In Düsseldorf sind mehr als 1.000 Menschen mitgezogen, nur kurz kam der Zug ins Stocken, weil die Spitze auf der Königsallee falsch abgebogen war.1
In Aachen waren rund 1.500 Personen dabei, grundsätzlich friedlich, auch wenn’s eine Anzeige wegen gezündeter Pyrotechnik gab. In Bielefeld blieb die Teilnehmerzahl mit weniger als den angemeldeten 3.000 zwar niedriger, dafür gab’s hier einen Notfall: Ein Mann wurde verletzt und musste ins Krankenhaus, möglicherweise im Zusammenhang mit Pyrotechnik. Außerdem haben sich rund 20 Menschen Zugang zu einem leerstehenden Kasernengebäude verschafft und Banner mit der Aufschrift „Wohnraum schaffen statt Waffen“ gezeigt – strafbar war das laut Polizei aber nicht.1
In Bonn kamen rund 500 Menschen im Hofgarten zusammen, obwohl dort vorher gar keine Versammlung angemeldet war. In Dortmund waren es rund 700 Teilnehmer, hier wurde es für zwei Kinder im Alter von 14 und 15 Jahren richtig heftig: Sie wurden von mehreren Personen angegriffen und mussten mit Verletzungen ins Krankenhaus. In Wuppertal (rund 500 Teilnehmer) und Münster (rund 1.700 Teilnehmer) blieb’s dagegen größtenteils ruhig, auch wenn in Münster ebenfalls Pyrotechnik gezündet wurde.1
Unterm Strich zeigt sich: Die Gen-Z-Bewegung hat in NRW richtig viele Menschen mobilisiert, und in den meisten Städten lief alles friedlich ab. Köln sticht aber klar negativ heraus, mit Wasserwerfer-Einsatz, verletzten Beamten und Hunderten festgesetzten Personen. Ob aus den Protesten jetzt tatsächlich politisches Handeln folgt, wie es die junge Generation fordert, bleibt abzuwarten.
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